Wer heute an Cyber Monday denkt, denkt an fette Rabatte, blinkende Banner und überlastete Online-Shops. Doch wie ist dieser Tag eigentlich entstanden? Und warum ist gerade der Montag nach dem Black Friday plötzlich so wichtig geworden? Zeit für einen kleinen Blick zurück – in die Anfänge eines digitalen Shopping-Feiertags.
Montag. Büro. Internet. Kaufen.
Die Geschichte beginnt – wie so viele gute Geschichten – mit einem cleveren Marketing-Trick. Im Jahr 2005 hatte eine US-Handelsorganisation namens National Retail Federation eine interessante Beobachtung gemacht: Am Montag nach dem berühmten Black Friday stieg der Online-Umsatz plötzlich kräftig an. Der Grund? Viele Menschen, die am Wochenende noch keine Zeit (oder keine Lust) zum Einkaufen hatten, stöberten am Montag im Büro online nach Schnäppchen.
Das ließ sich natürlich wunderbar ausschlachten. Also wurde der Montag einfach kurzerhand zum Cyber Monday erklärt – mit dem Ziel, das Online-Shopping ordentlich anzukurbeln. Und ja, damals war „Cyber“ tatsächlich noch ein cooles Wort.
Vom Insider-Tipp zum globalen Event
Was als US-spezifischer Werbegag begann, entwickelte sich ziemlich schnell zum weltweiten Phänomen. Denn Online-Shopping war im Kommen, und Plattformen wie Amazon oder eBay wurden immer wichtiger. Auch in Deutschland hielt der Cyber Monday ab etwa 2010 Einzug – anfangs noch verhalten, heute kaum mehr wegzudenken.
Inzwischen spricht man oft sogar von einer ganzen Cyber Week, weil viele Händler ihre Deals auf mehrere Tage ausweiten. Alles andere wäre ja auch verschenktes Potenzial.
Was den Cyber Monday so besonders macht
- Bequemlichkeit schlägt Gedränge: Kein Schlange stehen, keine vollen Umkleiden, kein Parkplatz-Stress – stattdessen Couch, Laptop und ein Kaffee.
- Online only: Viele Angebote gibt’s nur im Netz – was die Sache umso reizvoller macht.
- Gezielte Schnäppchenjagd: Käufer*innen wissen, dass an diesem Tag die Preise purzeln – und planen ihre Einkäufe entsprechend.
Ein Tag der Superlative – und der Zwischentöne
In den USA knackte der Cyber Monday 2023 erstmals die 12-Milliarden-Dollar-Marke beim Umsatz. Auch hierzulande ist das Event längst kein Nischen-Ding mehr. Und doch: Zwischen all den Deals wächst auch die Kritik. Immer mehr Konsument*innen fragen sich, wie nachhaltig dieser Kaufrausch eigentlich ist – und ob wir wirklich jedes Jahr einen neuen Fernseher brauchen.
Der Cyber Monday ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein guter Marketing-Impuls zum echten Kulturevent im digitalen Zeitalter werden kann. Was als cleveres Label begann, ist heute einer der wichtigsten Tage im Online-Handel. Und auch wenn sich das Konsumverhalten langsam verändert, wird der Cyber Monday so schnell wohl nicht verschwinden – er hat sich seinen Platz im Kalender längst verdient.